Back to India


Sonntag, 24. Juli 2005


Kurz vor unserer Abfahrt aus Kathmandu setzte ich mich noch schnell
in die Hotellobby und brannte alle Bilder,
die wir bis dorthin geschossen hatten, auf CD.

Mit deutscher Gründlichkeit hatte ich natürlich eine 2. Sicherungs-CD gebrannt
und alle Bilder aus dem Computer und der Kamera gelöscht.

Leider war ich beim Löschen wesentlich gründlicher als beim Brennen.
Wie auch immer, nach dieser Aktion waren:

ca. 10 Bildchen fürs Internet,

2 leere CDs,

je eine bildchenfreie Kamera und Laptop übrig.

Nach diesem kleinen Missgeschick machten wir uns auf den Weg
hinaus aus Kathmandu.

Unser nächstes Ziel war Nagarkot.
Ein Ort in den Bergen ca. 30 km außerhalb Nepals Hauptstadt.

Kaum der Großstadt entronnen, ging es über kleine Bergstrassen stetig bergauf.
Mit zunehmender Höhe wurde die Luft immer besser
und endlich auch wieder etwas kühler.

Etwa auf halber Strecke kam uns ein Passauer,
mit seiner riesigen BMW Enduro entgegen.
Er verbrachte mehrere Tage in Nagarkot, da er, wie wir, von dem angeblich
unbeschreiblichen Gipfelpanorama gelesen hatte,
das sich von dort über große Teile des Himalayamassivs bieten soll.

Er bremste jedoch unsere Begeisterung,
da er all die Tage außer Nebel und Regen nichts zu sehen bekommen hatte.

Das stimmte leider auch mit allen Vorhersagen überein,
die wir in Kathmandu über die Fernsicht zu dieser Jahreszeit bekommen hatten.

Da wir aber nun schon einmal hier waren,
wollten wir noch bis hinter Nagarkot (2200m)
zu einem Aussichtspunkt auf dem Gipfel fahren.

Durch mehrere Sperren ging es dann hinein in ein Militärgebiet.

Direkt unterhalb eines Beobachtungspostens auf einem Hügel,
fand sich dann auch schnell ein wunderschöner, ebener Standplatz für unsere Brummis.

Wir beschlossen hier die Nacht zu verbringen und morgens früh aufzustehen,
um den Sonnenaufgang zu bewundern, auch wenn das aufgrund der vielen Wolken
und des Dunstes eher unwahrscheinlich schien.

Bei ziemlicher Kälte (ca.15C) und leichtem Regen
verkrochen wir uns also früh in die Autos.

Als dann morgens um 5 Uhr der Wecker ging,
wollten wir anfangs gar nicht aus unseren warmen Betten in die Kälte.

Nach dem Gipfelpanorama in Pokhara dachten wir,
es wäre keine Steigerung mehr möglich.

Sonja und Michael scheuchten uns jedoch ganz aufgeregt aus dem Auto.

Was wir dann sahen war wirklich atemberaubend:



Durch die noch nicht aufgegangene Sonne lag eine, von hinten beschienene,
schier endlose Kette von Himalayagipfeln vor uns.

Das Blickfeld erstreckte sich vom Dhaulagiri im Westen bis zum Everest im Osten.

Mit diesen beiden Gipfeln, dem Annapurna I, dem Manaslu und dem Shisha Pangma
hatte man freie Sicht auf fünf Achttausender.

Ebenso unbeschreiblich war dann der Sonnenaufgang selbst.

Vorangekündigt durch intensive Strahlen ging die Sonne über dem Gauri Shankar auf
und tauchte die Gipfel in zartes, rötliches Licht.



Erst als die Sonne höher stand und zu blenden anfing,
konnten wir uns von dem Anblick lösen.

Bereits beim Frühstuck, kurze Zeit danach, war alles wieder Wolken verhangen.

Aber dann sorgte das Militär für das nächste Spektakel.

Wir dachten zuerst an einen Überfall der Maos,
als plötzlich bis an die Zähne bewaffnete Soldaten
um uns und unsere Autos herumliefen,
wild in der Gegend herumgestikulierten
und ziemlich aufgeregt ihre Geländekarten studierten.

Kaum waren diese abgezogen, kam ein noch grösserer Trupp
mit richtig schweren MGs angekeucht, und uns wurde langsam klar,
dass es sich dabei um eine Übung handelte.

Es übt sich halt am schönsten bei Campern, wo reichlich gekühltes Wasser
und Zigaretten verteilt werden.

Auch am nächsten Tag war uns die unbeschreibliche Fernsicht
auf das Himalayamassiv gegönnt
und auch das Militär sorgte wieder für eine Showeinlage:

Während wir im Freien beim Frühstück saßen,
gab es plötzlich mehrere Detonationen im Wald unterhalb des Beobachtungspostens,
gefolgt von je einem ordentlichen Rauchpilz.

Die Soldaten beschlossen offenbar
den Morgen mit fröhlichem Handgranatenwerfen zu beginnen.

Nicht unbeeindruckt von dieser erneuten Kriegsspielerei
beschlossen wir unsere Reise fortzusetzen.




Nach zwei Tagen erreichten wir das Terrai, die Tiefebene im Süden Nepals.

Dort stand die Besichtigung des Royal Chitwan Nationalparks auf dem Programm.

Am Rande des Parks fanden wir einen Stellplatz in einem Hotel,
für den wir nicht einmal bezahlen mussten.

Bereits am zweiten Tag beschlossen wir eine Elefantensafari in den Park zu machen.

Mit einem alten klapprigen Jeep ging es zu einem Platz,
auf dem bereits mehrere Elefanten auf uns warteten.

Die Dickhäuter waren wahrhaftig riesig, wenn man neben ihnen stand
und sie nicht nur wie üblich im Tierpark aus der Ferne betrachtete.

Am Rande stand ein absoluter Gigant.

Der einzige Bulle, der die anderen Tiere noch mal um einen Meter überragte.

Es erübrigt sich wohl zu erwähnen,
welchen Dickhäuter die Führer für die einzigen beiden Touristen
mit extremer Höhenangst auserkoren.

Aber es half nichts.

Zuerst mussten wir eine Art Gangway erklimmen,
von der aus wir über das Hinterteil des Elefanten
in ein viereckiges Gestell gelangten, das als Sitzgelegenheit diente.

Und schon ging's los, ab in den Dschungel.



Hier stellte sich ein weiterer Nachteil der deutlich erhöhten Sitzposition heraus.

Während die zahlreichen anderen Reitelefanten bereits eine Art Tunnel
durch das Buschwerk getrampelt haben,
waren Kathrin und ich die meiste Zeit damit beschäftigt,
die uns entgegenkommenden Äste aus dem Weg zu räumen.

Die sich dort heimisch fühlenden riesigen achtbeinigen Insekten,
gepaart mit unserer Arachnophobie
trugen nicht gerade zu einem entspannten Dschungelritt bei.



Nach ca. einer Stunde Ritt,
auf dem wir in so manches ekelige Insekt gefasst hatten
wurden wir aber entlohnt.

In einem Wassertümpel erblickten wir zwei der hier noch wild lebenden Nashörner.

Unsere Freude war natürlich entsprechend groß, da es keinesfalls sicher war,
eines der recht scheuen Tiere zu sehen.

Also Fotokamera raus und.......

...feststellen, daß die Batterie leer ist.

Irgendwie scheinen die digitale Fotographie und ich
nicht so richtig zueinander zu finden.

Nach einer weiteren Stunde kreuzten schließlich noch mal
zwei weitere Nashörner unseren Weg.

Diese waren offenbar ebenso überrascht wie wir.

Mir kam sofort die Warnung in den Sinn,
dass manche Elefanten beim Zusammentreffen mit Nashörnern
in einer Panikreaktion davon galoppieren
und man sich in solchen Situationen ordentlich festhalten sollte.

Während ich mich also festkrallte
machte sich unser Mahut jedoch einen Spaß daraus,
unseren Elefanten auf die Nashörner losmarschieren zu lassen.

Unseren riesigen Bullen schien nichts zu erschrecken.

Als unsere beiden Gegenüber aber ihre Hörner senkten
und erbost zu schnauben anfingen,
wurde ich doch etwas nervös.

Als uns nur noch ca. 5 Meter trennten,
gaben sie jedoch nach und suchten das Weite.

Nach einer weiteren Stunde waren wir wieder am Ausgangsort angelangt
und durften leicht seekrank wieder von unserem Elefanten absteigen.

Dabei sorgte Kathrin noch für eine kleine Showeinlage.

Da sie als Letzte vom Elefanten stieg,
hatte dieser sie wohl nicht mehr wahrgenommen
und marschierte einfach los.

Zwischen seinem Hinterteil und der wackeligen Gangway
schwebte sie in fast 4 Metern Höhe im Nichts.

Ich konnte gerade noch ihre Hand greifen und sie zu mir auf die Plattform ziehen,
womit unser Dschungelabenteuer fürs erste beendet war.

Man verabschiedete uns und lud uns noch ein, abends an den Fluss zu kommen,
wo die Elefanten ihr wohlverdientes Bad nehmen dürfen und geschruppt werden.

Dort fanden wir uns dann natürlich ein und sahen zu
wie die Dickhäuter sich im braunen Wasser wälzten.

Auch unser Reittier mit seinem Mahut war dabei,
der uns sofort erkannte, zuwinkte
und mir irgendwelche Zeichen gab.

Nach kurzem verstand ich was er meinte.

Ich solle zu ihm kommen und mich noch mal
ohne irgendeine Sitzgelegenheit auf den Elefanten setzen,
was ich aus der sicheren Entfernung natürlich energisch ablehnte.

Aber der Gute gab sich nicht so schnell geschlagen.

Um mich nicht als höhenängstliche Memme
vor ein paar anderen Touristen und Mahuts zu outen,
fasste ich all meinen Mut zusammen und schritt durch die Fluten
zu dem im Wasser liegenden Elefanten,
der auch in dieser Position noch eine beachtliche Höhe aufwies.

Unter beträchtlicher Mithilfe seines Mahuts
gelangte ich über die nasse, schlüpfrige Haut seines Rückens,
in seinem Nacken zu sitzen.

Den grinsenden Gesichtern aller am sicheren Ufer Stehenden konnte ich entnehmen,
dass ich dabei eine ziemlich komische Figur abgegeben habe.

Aber das Schauspiel war noch nicht zu Ende.

Gerade als ich mich auf dem Rücken des Elefanten anfing wohl zu fühlen,
gab sein Herrchen irgend ein Kommando.

Meine schlimmsten Befürchtungen trafen ein.

Die tonnenschweren Fleisch- und Muskelmassen setzten sich in Bewegung
und machten Anstalten, sich zu erheben.

Und schon ging's los:

Zuerst stellte er sich auf die Hinterbeine,
was uns einen plötzlichen Höhengewinn von zwei Metern brachte.
Dabei erreichte die ganze Angelegenheit eine gehörige Schräglage nach vorne
und ich hatte ordentlich Mühe mich an meinem Platz zu halten.
Einzigen Halt bot mir eine Schnur, die der Elefant um den Hals trug.

Dann kamen die Vorderbeine dran,
die uns nochmals ca. 1,5 Meter weiter nach oben brachten.

Jetzt war das ganze wenigstens wieder in der Horizontalen
und ich versuchte die Höhe zu ignorieren.

Aber da kam schon das nächste Kommando.

Der Dickhäuter senkte wieder seinen Kopf und saugte seinen Rüssel voll Wasser.

Und wohin damit?

Genau!

Mir ins Gesicht!

Das Ganze wiederholte sich dann mehrmals,
bis ich genügend von der leckeren Mischung aus braunem Flusswasser
und irgendwelchen Flüssigkeiten aus dem Inneren des Elefanten geschluckt hatte.

Als der Dickhäuter wieder auf seinem Bauch lag,
war ich jedoch noch lange nicht entlassen.

Jetzt musste Kathrin mit aufsteigen und das Ganze begann von vorne.

Zu dem bereits genossenen Spaß
durfte ich jetzt auch noch Kathrin vor dem Absturz bewahren,
die sich gehörig in mir festkrallte.

Nur das Ende gestaltete sich etwas anders:

Statt sich wieder auf den Bauch zu legen,
ließ sich der Elefant einfach zur Seite fallen
und wir trennten uns zusammen mit einer riesigen Welle von ihm.

Juhuuu!!! Überstanden! Spitze!!!!

Die restliche Woche in Chitwan verbrachten wir in erster Linie mit schwitzen.

Es war hier inzwischen so schwülwarm geworden,
dass schon beim entspannten Sitzen der Schweiß in Strömen floss.

So schlugen wir die Zeit tot,
indem wir in dem herrlichen Hotelgarten herumlagen
und uns mit den netten Angestellten unterhielten.

Diese erzählten uns auch, dass einige Tage vor uns die Maoisten zu Besuch waren.

Sie kehrten in unserem Hotel ein,
tranken ein Bier und rauchten ein paar Zigaretten,
bevor sie 100 Meter weiter zogen zu einem Haus,
in dem eine Verwaltungsstelle der Regierung untergebracht war,
die für den Park und die regierungseigenen Elefanten zuständig war.

Dort gaben sie ein großes Paket ab und scheuchten alle Menschen aus dem Haus.

Nach einem ordentlichen Knall hatte die Regierung eine Verwaltungsstelle weniger.



Um der großen Hitze zu entfliehen, beschlossen wir uns auf den Weg zu machen,
Nepal zu verlassen und nach Nordindien zu fahren,
wo es zu dieser Jahreszeit angenehmere Temperaturen hat.




Nach zwei Tagen war die Indische Grenze im äußersten Westen Nepals erreicht.

Ähnlich wie bei der Einreise nach Nepal hatten wir Schwierigkeiten
die entsprechenden Büros für Pass- und Zollkontrolle zu finden.

Die Grenze bestand hier nur aus ein paar Holzbuden.

Schneller als wir dachten und ohne Bakschisch zu zahlen,
befanden wir uns wieder in Indien.

Obwohl es hier keine Grenzabsperrungen im üblichen Sinne gibt,
war auf einen Schlag alles wieder anders:

Der Verkehr noch chaotischer, viel mehr Menschen
und alles wieder viel lauter und aufdringlicher.

Damit sind nicht nur die Menschen gemeint, sondern auch die Affen,
die hier nicht gebührend Abstand halten,
sondern sich gleich bei unserem ersten Frühstück in Indien
neben unserem Tisch einfanden und ihren Anteil einforderten.



So hielt uns nichts und wir fuhren zügig weiter in den Norden,
wo, wie man uns sagte, die Menschen zurückhaltender sein sollen.

Je weiter wir nach Norden kamen, desto dünner war das Land dann auch besiedelt,
was zusätzlich zu entspannterem Fahren beitrug.



Nach mehreren Tagen Fahrt,
während der wir noch das Corbett Tiger Reserve durchfuhren,
erreichten wir mit Mussoorie unsere erste Hillstation.

Etwas außerhalb der Stadt,
die durch arrogant-penetrante Mittelschichtinder verseucht ist,
fanden wir einen ruhigen Platz hinter einer kleinen Teebude.

Hier verbrachten wir mehrere Tage und erholten uns bei angenehmen Temperaturen
von den letzten Fahrtagen.

Besuch bekamen wir hier fast ausschließlich vom Budenbesitzer und seiner Familie,
dem viel daran lag, dass wir möglichst lange bleiben.

Da man direkt bei seiner Bude von der Strasse auf uns herabblicken konnte,
blieben dort viele Mittelschichtler zum Gaffen mit dem Auto stehen
(der indische Mittelschichtler geht nicht zu Fuß)
und tranken dabei Tee.

Nach den Tagen der Erholung ging's dann weiter nach Shimla,
der nächsten ehemaligen Hillstation der Engländer.

Mit unseren großen Autos war es uns nur möglich auf einem großen Parkplatz
inmitten der Stadt zu stehen.

Leider war dies der Parkplatz einer berühmten Lodge,
in der in früheren Zeiten alle wichtigen Entscheidungen Indiens getroffen wurden
und die so zu einem Wallfahrtsort der Inder wurde.

Auch hier hatten wir mit unseren Autos das Mittelschichtlerproblem.

In der Regel steht immer eine ganze Großfamilie vor dem Auto
und will einen Camper von innen sehen, da sie diese nur aus dem Fernsehen kennen.

Zur Stosszeit zählte ich 11 Inder in unserem Auto,
während an unserer Tür, zu der ich nicht mehr vordringen konnte,
ein fröhliches Kommen und Gehen herrschte.

Mir kam es so vor,
als ob wir von den Kartenverkäufern am Eingang der Lodge neidige Blicke ernteten,
ob unserer Besucherzahlen.

So war es kein schwerer Entschluss, Shimla nach einem Tag den Rücken zu kehren.

Entgegen der üblichen direkten Route
wollten wir aber nicht direkt nach Manali fahren,
sondern über das Spiti Valley, entlang der Tibetisch-Chinesischen Grenze.

Dieser Entschluss schien richtig, da sich diese Gegend durch ihre Naturschönheit
und nicht durch Überbevölkerung auszeichnet.

Hier fanden sich auch wieder einsame Übernachtungsplätze neben Flüssen,
oder entlang nicht mehr befahrener Strassen.



Leider verdienten die Strassen ihren Namen nicht mehr,
je weiter wir nach Osten vorstießen.

In der Regel nur noch einspurig, ging es oft unbefestigt
entlang steil abfallender Felswände.

Als die Strasse immer schlechter wurde,
beschlossen wir einen Abstecher ins Sangla Valley zu machen,
da uns alle, denen wir unsere Route nannten, dort hinschickten.

Es kam natürlich wie es kommen musste.

Wenn man von einer schlechten Strasse in eine Nebenstrasse abfährt,
kann man nicht erwarten, dass sie besser wird.



Die Felsüberhänge wurden immer tiefer und die Kurven immer enger.

Da unser Brummi einen Wendekreis von knapp 20 Metern hat,
waren wir auf der engen Strasse bei jeder 3. bis 4. Kurve gezwungen,
teilweise mehrmals vor und zurück zu rangieren.

Das Salz in der Suppe war dabei,
dass unser Brummi nicht mit einer Servolenkung ausgerüstet ist.

Dieser Umstand und dass in dem steilen Gelände weit und breit
kein geeigneter Übernachtungsplatz zu finden war,
ließ uns schließlich wieder umkehren.

Bei der Rückfahrt nutzten wir dann noch zweimal die Gelegenheit,
unser Auto mit dem Dach an die überhängende Felswand zu lehnen,
was unser treuer Brummi aber nur erneut mit etwas Lackverlust quittierte.

Wieder an der Hauptstrasse angelangt, erfuhren wir dann auch noch vom Militär,
dass kurz vor der chinesischen Grenze die Strasse den Berg hinuntergerutscht sei
und ein Durchkommen nicht möglich ist.

Es blieb also nichts übrig und wir mussten doch zurückfahren
und die direkte Route nach Manali nehmen.

Dies stellte sich als eine gute Entscheidung heraus.
Erfuhren wir doch später,
dass zwei Wochen nach unserer Abreise aus dem Spiti Valley,
in China ein Damm brach und die Wassermassen genau in der Gegend,
in der wir uns aufhielten acht Brücken wegrissen.

Aber auch der nun eingeschlagene Weg erwies sich als nicht minder faszinierend.



Durch das inzwischen vom Massentourismus entdeckte Kullutal ging es gen Manali.

Auf inzwischen wesentlich besseren Strassen fuhren wir durch Landschaften,
die sehr an den Bayerischen Wald oder an unsere Alpen erinnerten.

Mit 3130 Metern Höhe galt es auch noch den Jaloripass zu überwinden,
unsere bis dorthin höchste befahrene Strasse.



Von der Passhöhe hatten wir wieder einmal einen herrlichen Ausblick
auf schneebedeckte Berge des Himalaya und unser Tatendrang war nicht zu bremsen,
da wir wussten, da müssen wir drüber.

So verweilten wir in Manali auch nur einen Tag um unsere Vorräte aufzufüllen,
da auf mehrere hundert Kilometer in den nächsten Tagen
keine Einkaufsmöglichkeit in Sicht war.

Kurz hinter Manali fanden wir noch einen schönen Übernachtungsplatz
auf fast 3000 m Höhe, auf dem wir noch 2 Tage verweilten,
um uns an die Höhe zu gewöhnen und Kraft zu sammeln,
für die Fahrt über z. T. über 5000 m hohe Pässe nach Leh.



Am 3. Tag ging's früh los um den Rotangpass zu überqueren,
der gerade erst vor ein paar Tagen vom Schnee befreit
und für den Verkehr freigegeben wurde.



Leider waren wir wohl nicht früh genug unterwegs,
denn kurz vor der Passhöhe standen wir im Stau.

Ausgerechnet in der vermeintlichen einsamen Bergwelt.

Der Grund dafür waren wahre Massen an Indern,
die sich in herrlich komischen 70er Jahre Skiklamotten auf den Weg machten,
um auf den abtauenden, braunen Schneeresten herumzutollen.



Während wir fast 5 Stunden an der selben Stelle standen,
konnten wir dieses herrliche Spektakel genießen,
bis es schließlich ohne erkennbaren Grund wieder weiter ging.

Nach einer weiteren Stunde war die Passhöhe von fast 4000m überwunden
und plötzlich waren wir wieder alleine auf der Strasse,
da nur wer muss den Landweg nach Leh auf sich nimmt.



In der wieder erreichten Einsamkeit
war auch schnell wieder eine ebene Fläche gefunden
die zum Übernachten einlud.

Also bogen wir von der Strasse ab und ich nützte die Gelegenheit,
mich mal ordentlich festzufahren.

Die Reifen hingen im Schlamm fest und es ging nichts mehr vor oder zurück.

Ob wir uns aus dem Schlamassel befreien konnten
und ob wir unseren ersten 5000er mit dem Auto überwinden konnten,
dann beim nächsten Mal.

Martin & Kathrin

Nagarkot


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