Diu bis Goa


Montag, 14. Februar 2005

Bei unserem letzten Bericht waren wir gerade zwei Wochen auf Diu, die wir abwechselnd mit Schrauben und Faullenzen verbracht hatten.
Als alle Reparaturen erledigt waren, ging es daran Diu-Stadt und die Insel zu erkunden.

So entdeckten wir einen kleinen Hafen, ebenfalls mit Fischmarkt und riesigen Flächen davor, auf denen der Fisch in der Sonne getrocknet wird.
Das Ganze ergibt dann für ohnehin überforderte europäische Riechorgane eine neue, besonders beeindruckende Duftnote.
Daher bevorzugten wir den Markt in Diu:











Waren dort ja auch Gemüsemarkt:





und alle nötigen Geschäfte vorhanden.

Unsere Teigwaren kauften wir in einer kleinen Bäckerei, deren Besitzer immer ein großes Lächeln bekam, wenn Kathrin alle 2 Tage ein Kilo Kekse zum Brot kaufte.

Wenn wir keinen Fisch kauften, gingen wir ins Chickenhouse, um uns frisches Huhn zu holen.
Nun ist das aber keine Metzgerei wie bei uns, sondern eher ein Wertstoffhof, bei dem jeder sein Papier, Eisen, Glas und sonstigen verwertbaren Müll abgeben kann:





Dazwischen hopsen viele leckere Hühnchen herum, bis ein hungriger Tourist kommt.
In meiner Person kam der dann alle 2-3 Tage, da wir alle im überwiegend vegetarischen Indien Heißhunger auf totes Tier hatten.

Ob sich das beim Federvieh herumgesprochen hat oder ob es an unserem hohen Hähnchenkonsum lag, kann ich nicht sagen, aber nach ca. 3 Wochen waren bei unserem Erscheinen fast keine Hühner mehr zu sehen.

Kathrin ließ sich im Schneiderviertel noch 2 Punjabidress maßschneidern, kaufte diverse Souvenirs bzw. lauter kleinen Krimskrams fürs Auto und ich mir eine Chapatipfanne.
Damit ich mir auch einmal etwas typisch indisches gekauft habe.
Irgend eine Verwendung wird mir dafür schon einfallen,
da ich des Chapatibratens nicht mächtig bin.

Irgendwo zwischen Faulenzen, Herumstreunen und sinnlosem Geldausgeben trafen wir dann Sonja und Michael wieder.
Ein Schweizer Pärchen, das wir mit ihrem skurrilen selbst gebastelten Offroadwohnmobil in Pakistan schon einmal kurz getroffen hatten.

(einen Link zu deren Reise findet Ihr demnächst hier auf der Homepage)

Sie wechselten bald von ihrem Hotel zu uns an den Strand.
So verbrachten wir noch einige Tage zusammen.
Die Schweizer verwöhnten uns mit Hefezopf und selbstgebackenem Brot,
was heimatliche Gefühle in uns aufsteigen ließ.

Wir fühlten uns ohnehin schon sehr zuhause.

In der Stadt wußte jeder, dass wir die verrückten Deutschen sind,
die mit den alten LKW´s von Deutschland bis hierher gefahren sind und selbst der Tankwart,
bei dem ich nur 2x unser gemietetes Moped getankt hatte,
begrüßte mich beim 3. Mal mit "Hello Mr. Martin".

Das einzige wirklich Neue und Überraschende war dann,
als wir erfuhren, dass mein Bruder uns eine Internetseite gebastelt hat.
(An dieser Stelle nochmals Besten Dank an Robert für die äußerst gelungene Seite)
Ab diesem Zeitpunkt waren wir dann auch noch Stammkunden im Internetcafe.

Wir wußten nicht, ob dieses eigentlich angenehme Gefühl, hier zuhause zu sein,
jetzt gut oder schlecht war.
Einerseits konnten wir alle unsere gesammelten Eindrücke verarbeiten
und uns seit langem einmal wieder richtig erholen,
zum anderen wollten wir aber eine Reise machen
und eigentlich irgendwann erst in Deutschland wieder ankommen.

Wir haben uns dann sehr schnell entschieden, weiter zu fahren,
da Sonja und Michael auch weiterfahren und uns begleiten wollten.

Ralph wollte nur noch mal schnell einen Ölwechsel durchführen und dann sollte es losgehen.

Aber da war es dann wieder, unser Motto:

"Wenn´s mal wieder länger dauert".

In seinem abgelassenen Motoröl tummelten sich viele kleine Metallsplitter,
die dort eigentlich nicht sein sollten.





Selbst einem Laien ist klar, dass das nichts Gutes bedeutet
(auch Kathrin bemerkte: "das sieht ja schlimm aus,
das ist da normalerweise nicht drin, oder?")
Also gingen Ralph und ich auf die Suche nach dem Ursprung der Metallteilchen.

Ralph zerlegte den halben Motor und wir drehten abwechselnd an der Kurbelwelle
oder suchten im Motor nach dem Schaden.
Nach einem halben Tag Suchen, als ich gerade am Drehen war,
bemerkte Ralph, wie sich am vorderen Nockenwellenlager
gerade ein kleiner Metallspan vorbeischleichen wollte.
Dann stand fest, dass mindestens dieses Lager seinen Geist aufgab.

Da verlor Ralph zum ersten Mal für kurze Zeit
seinen scheinbar unerschütterlichen Optimismus.

Da dieses Teil nicht einfach ausgewechselt werden kann,
sondern aufwendig angepasst werden muss,
werden solche Reparaturen selbst in Deutschland selten durchgeführt,
da in der Regel ein Austauschmotor die billigere Variante ist.

Noch dazu wo soll man in Indien ein Nockenwellenlager
für einen 40 Jahre alten Mercedes-Lkw bekommen oder einen Dreher,
der einem das Lager auf die Welle anpasst usw. usw.

Aber da war ja noch unser Freund Harish.
Ein Inder, der seit einigen Tagen bei uns rumlungerte,
uns Speisen brachte und dafür unser Bier vernichtete.

Der meinte schließlich:

No Problem.

Nun wußten selbst wir als Indienneulinge, dass "no problem"
hier ein Ausdruck mit unendlich vielen Bedeutungsmöglichkeiten ist.

Aber wir hatten keine Wahl.
Wir machten mit der Digicam ein Foto von dem betreffenden Lager
und fuhren mit meinem Auto zu Harish´s empfohlener Werkstatt.
Diese entpuppte sich für indische Verhältnisse als sehr gut ausgerüstet
und vertrauenerweckend.

Dann die erste Erleichterung:
Die alten indischen Tata-Lkw´s hatten wohl irgendwann mal Mercedesmotoren.
Ralph schaffte seinen Brummi also in diese Werkstatt
und lieferte ihn den Mechanikern aus.

In einem halben Tag war dann sein halbes Auto zerlegt
und die defekten Lager ausgebaut
(es waren dann doch 2 Lager ziemlich zerbröselt).

Übernachtet hatte Ralph in seinem Auto in der Werkstatt.
Jedoch nicht ohne vorher durch alle,
der Werkstatt anliegenden oder angehörenden Familien gereicht worden zu sein.
Auch hier ist er wieder fürstlich bewirtet und beschenkt worden.

Am nächsten Tag kamen die Lager aus Rajkot mit dem Nachtexpress
und wurden eingebaut.
So gelangte Ralph ziemlich k.o. und noch unter den vielen Eindrücken stehend
aber erleichtert nach 2 Tagen wieder zu uns.

(Um es vorweg zu nehmen, der Brummi läuft so gut wie nie)

Dann ging’s endlich weiter.
Sonja und Michael hatten ihren Aufenthalt in Diu etwas verlängert
und machten sich mit uns auf zum Gir Nationalpark.

Dort gibt es neben Affen, Axishirschen und seltenen Antilopen noch Leoparden
und die letzten noch freilebenden ca. 300 asiatischen Löwen.

Im Nationalpark angekommen suchten wir uns ein kleines Hotel,
in dessen Garten wir unsere Autos parken konnten.

Nach nun einem Vierteljahr mußten wir zum 1. Mal etwas für eine Übernachtung zahlen.
Die 20 Rupies pro Nase zahlten wir jedoch gerne,
war darin doch die Benutzung einer heißen Dusche enthalten.

Übrigens auch die erste nach 3 Monaten.

Da machte es nichts aus, dass die Dusche ein Eimer unter einem Wasserhahn
und "heiß" der Tauchsieder war:





Den Abend verbrachten wir dann nicht wirklich entspannt vor unseren Autos.

Da der Nationalpark nicht eingezäunt ist, kommt es immer mal wieder vor,
dass Löwen auf der Suche nach Futter den Park verlassen.
Dabei legen sie teilweise sogar die Strecke bis Diu zurück.
Hatten wir uns in Diu schon daran gewöhnt,
dass jeden Abend Hyänen um unsere Busse herumschlichen:





so beunruhigte uns das deutlich vernehmbare Brüllen der Löwen doch etwas,
da diese nicht nur Wasserbüffel reißen,
sondern auch gelegentlich an deren Bauern herumknabbern:





Am nächsten Morgen dann der Schreck.

Wir werden mit einem lauten Geräusch auf unserem Dach
und einem wackelndem Auto aus dem Schlaf gerissen.

Wir dachten natürlich gleich an Löwen und waren ziemlich erleichtert,
dass es nur ein stattlicher Affe war, der unser Auto als Sprungschanze benutzte,
um auf das Hoteldach zu gelangen.

Aber wir wollten die Löwen natürlich sehen
und so machten wir uns mit einem gemieteten Jeep samt Fahrer und Guide auf Safari.

Diese begann mit dem Breakfast, das im Preis,
den wir ausgehandelt hatten, inbegriffen war.
Es wurde auf der Ladefläche des Jeeps angerichtet und bestand aus:

gefrorenem Toast,
einer gefrorenen Flasche Ketchup
und 5 Packungen Kartoffelchips.

Köstlich!

Aber die Safari war dann der Renner.
Von den Löwen sahen wir zwar nur frische Fährten,





aber dafür einen noch selteneren und auch scheueren Leoparden
und viele Tiere in freier Wildbahn, die man bei uns nicht einmal aus dem Zoo kennt.
























Unsere nächste Station war dann Palitana.

Ein alter Pilgerort der Jains.

Diese dürfen ihrem Glauben nach keine Tiere töten.
Das geht so weit, dass einige sogar einen Mundschutz tragen
um nicht versehentlich eine Fliege zu verschlucken.

Der Beruf des Bauern ist ihnen ebenso untersagt,
da sie bei der Ernte Kleinstlebewesen töten könnten.

Also, verdienen die meisten ihr Geld als Handwerker
oder Kaufleute und sind somit relativ wohlhabend.

Dumm nur, dass das Anhäufen von Vermögen ebenfalls verboten ist.

So stecken sie ihr Geld in Tempel, die sie immer und überall
neu-, aus-, oder weiterbauen.
Seit mehreren hundert Jahren machen sie das mit Vorliebe
auf einem Berg hier in Palitana.

















Während Kathrin, Sonja, Ralph und Michael diesen Berg bestiegen,
schonte ich meine alten Knochen für die Weiterreise am nächsten Tag.

Michael hatte auf dem Berg drei Mädels angesprochen,
die wir vom Sehen schon aus Diu kannten.
Mit der Absicht, Ralph eine Beifahrerin zu besorgen und dem Hinweis,
dass wir noch Bier im Auto hätten
gelang es ihm die drei zu unseren Autos zu locken.

So verbrachten wir mit Ariane, Tanja und Janet noch einen lustigen Abend
und beschlossen sie am nächsten Morgen in unseren Autos
Richtung Ahmedabad mitzunehmen,da das auch unsere Richtung war.

Auf dem Weg nach Norden wollten wir noch den Black Bucks Nationalpark besuchen.
Da der Eintritt für Nichtinder aber viel zu überteuert war,
beschlossen wir mitten in der Wildnis zu übernachten.

Unsere drei Begleiterinnen waren nach einem Tag Fahrt über Schotter- und Sandpisten
und der Übernachtung mitten im Nichts begeistert von unserer Art zu Reisen.
Sind sie doch mit dem Rucksack meist auf die
durch Busse vorgegebenen Routen angewiesen.

Nach einem weiteren Tag trennten wir uns von den Dreien
und leider auch von Michael und Sonja,
da die beiden Bekannte in Ahmedabad besuchen wollten,
wir aber den Verkehr dieser Großstadt schon einmal genießen durften
und weiter nach Goa wollten.

Nach ca. 2 Wochen Gesellschaft von Leuten,
mit denen man sich in der eigenen Sprache über mehr als die Autos,
die Fahrtroute und den Beruf unterhalten konnte,
war das Abschiednehmen schon eine komische Sache.

Aber wir hatten uns ja 2 Wochen später in Goa wieder verabredet.

Auf dem Weg nach Goa machten wir einen kleinen Umweg über Karla.

Dort besuchten wir die größte Chaitya-Halle Indiens in einem Hang 120m über der Erde.
Nach 20-minütigem Aufstieg gelangt man zu der im 1. Jh. v. Chr. von Mönchen
aus dem Fels gehauenen Höhle, die zu den schönsten Beispielen
frühbuddhistischer Architektur Indiens zählt.

Die einzige Lichtquelle der 38m tiefen und 14m breiten Höhle bildet
ein einziges Fenster am Höhleneingang.
Die Höhle wird durch 30 Säulen mit besonders gut erhaltenen Bildhauereien
und den originalen Holzrippen in der Apsis getragen.





An diesem heiligen Ort fing Kathrin plötzlich an mit Geld um sich zu werfen,
als ich gerade mit Fotografieren beschäftigt war.
Dem Beispiel eines Inders folgend versuchte sie ein Geldstück
in die aus dem Fels gehauene Stupa zu werfen.
Da diese aber von einem hölzernen Schirm gekrönt ist,
erwies sich dies als nicht so einfach.





Da die Zahl der amüsierten Inder immer größer und Kathrins und Ralphs Bemühungen,
das Geldstück an seinen angedachten Ort zu werfen, immer verzweifelter wurden,
beschloss ich mich dieser Peinlichkeit durch weiteres
geschäftiges Fotografieren zu entziehen.

Gut geübt im Geldherumwerfen,
setzten Ralph und Kathrin diese Tätigkeit beim Abstieg von der Höhle fort.
Was mit kleinen Kindern und den hübschen Süßigkeitenständern
an Supermarktkassen funktioniert,
klappt genau so gut mit Touristen und Souvenirständen
entlang einer mehreren hundert Meter langen Treppe.





Am Ende unseres Abstieges waren wir um:

2 Specksteindöschen,
1 Specksteinkerzenhalter mit Schnitzereien,
9 Meter orangen und
6 Meter grünen Saristoff,
1 große und 4 kleine Stofftaschen mit Zierwerk

reicher, aber trotz der Touripreise aufgrund
unseres immer ausgereifteren Verhandlungsgeschicks um nur wenige Rupis ärmer.

Da entlang der Küste keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu besuchen waren,
setzten wir unsere Reise sehr zügig fort.

Je mehr wir in den Süden kamen (inzwischen waren wir im Bezirk Maharashtra),
desto weniger distanzlos erschienen uns die Inder.
Zwar waren wir immer noch die Attraktion, wenn wir irgendwo erschienen,
doch wahrten die Menschen hier immer etwas mehr Distanz.

Was sich jedoch nicht änderte, war die Vielzahl diverser Einladungen.
Äußerst beeindruckend ist dabei immer die Gastfreundlichkeit besonders der Menschen,
die selbst nicht viel besitzen.

So wollte uns eines Abends,
als wir unser Nachtlager in den Bergen der Western Ghats errichteten,
ein alter, ausgemergelter Mann, der in einer Strohhütte nahebei hauste,
unbedingt zu Wasser und Chapati einladen.
Wir konnten ihm aber deutlich machen, das wir sehr müde sind
und am nächsten Morgen ins gelobte Land der Hippies fahren wollten.





Und das erreichten wir dann auch am nächsten Tag.

Als erstes wollten wir einen Strand im Norden besuchen.
Dort sollten sich laut neuestem Reiseführer
die restlichen Überlebenden der Hippiebewegung zurückgezogen haben.

Bereits auf der mehreren Kilometer langen Zufahrtsstraße nach Arambol
sind uns zahlreiche Mietmopedfahrer aufgefallen
und schmerzhafte Erinnerungen an Kreta wurden wach,
als wir vor Jahren ursprünglich unberührte Strände besuchen wollten.

Am Ende der Straße steckten wir dann in Arambol fest und mußten feststellen,
dass es keine Möglichkeit gab mit unseren Brummis an den Strand zu fahren.

Leider gab es auch keine Möglichkeit zu wenden.
Also hieß es alles Rückwärts wieder zurück.
Was mich sonst vermutlich doch etwas gestresst hätte,
war aufgrund des erlittenen Kulturschocks nebensächlich.

Arambol wimmelte von Freizeithippies, Möchtegernfreaks,
Teilzeit68ern und sonstigem unechtem Volk.

Hatte ich mich an das Beglotztwerden durch Inder gewöhnt,
konnte ich dies hier durch die Touris beinahe nicht ertragen.
Eventuelle Ansprechversuche durch am Auto klebende Touristen,
versuchte ich durch Hochkurbeln der Fensterscheibe im Keim zu ersticken.

Über die Frage, ob wir jetzt untolerant gegenüber anderen Touristen sind,
weil wir lange keine gesehen haben,
wir anders reisen oder wie sich unser Stimmungsumschwung sonst erklären läßt,
wollten wir am nächsten Strand philosophieren.

Also fassten wir Little Vagator ins Auge.

Einen Strand, der laut eines weiteren neuen Reiseführers,
als Geheimtip für Selbstfahrer gilt.

Doch zum Philosophieren kam es erst gar nicht.

Das selbe Bild wie in Arambol.

Nur noch mehr Menschen
(zu den oben genannten Exemplaren gesellten sich hier auch noch
pickelige Technoteenies und komplett bescheuerte und arrogante Mittelschichtinder).

Auch hier gab es keine Möglichkeit mit dem Auto an den Strand zu gelangen,
aber wenigstens konnte man auf dem Großparkplatz,
der sich auf einer Klippe über dem Strand befand, wenden.

Also fuhren wir weiter in den Süden als es zu dämmern begann.
Bei der folgenden nächtlichen Parkplatzsuche hatten wir dann auch noch Ralph verloren.

Während Kathrin und ich uns einen Platz neben einem Fischrestaurant
ausgesucht hatten, stand Ralph irgendwo in der Pampa.
Als Kathrin und ich uns nach dem Bestellen eines fürstlichen Menues
über das erste Bierchen hermachen wollten,
hörte ich plötzlich ein mir sehr vertrautes Motorengeräusch eines Mercedes 6-Zylinders.
Ich konnte gerade noch sagen "das hört sich an wie..."
und im selben Moment fuhr Ralph die kleine Straße am Restaurant vorbei
Richtung Hauptstraße.

Dann begann die Show für die Inder im Restaurant.

Kathrin rannte schreiend über die Wiese Richtung Straße,
ich stellte mich pfeifend und wild gestikulierend vor eine Neonreklame,
in der Hoffnung dass Ralph mich von der Straße aus noch sieht.
Der Wirt rannte durch die Kneipe,
warf sich auf sein Motorrad und brauste in einem Affenzahn davon.

Die Inder im Restaurant die nicht wußten was hier gerade gespielt wird,
dürften den selben Gesichtsausdruck gehabt haben wie Ralph,
als ihm Kathrin auf der Hauptstraße plötzlich
vom Soziussitz eines indischen Motorradfahrers aus zuwinkt.

Wieder vereint weinten wir uns gegenseitig bei einem leckeren Fischessen
über unsere Enttäuschung betreffend Goa aus.

Wir waren uns einig, dass Goa nichts mit Indien gemein hat
und sich im Flair mit Rimini nur durch die Palmen unterscheidet.

Aber eine Chance wollten wir Goa noch geben,
zumal wir uns hier ja auch mit Michael und Sonja verabredet hatten.

Am nächsten Nachmittag erreichten wir dann den letzten Strand im Süden,
der ebenfalls als Selbstfahrertreffpunkt gehandelt wird.

Bereits die Einfahrt in den Ort lies Gutes hoffen.
Hier gab es wieder wesentlich mehr Einheimische als Touristen.

Am Ende der am Strand entlang führenden Straße war er dann.

Der ultimative Südseetraum:





Zusammen mit italienischen, schweizerischen und deutschen Selbstfahrern
steht man verstreut unter Kokospalmen direkt am Strand.









Morgens um 9.00 Uhr kommt der Bäcker am Auto vorbei mit div. Köstlichkeiten
(u. a. richtiges Brot, nicht nur Wabbeltoast).

Ihm schließen sich die Fischer an, die ihre Boote in der benachbarten Bucht ankern.
Auch von ihnen kann man leckersten Fisch kaufen,
der noch frischer und billiger als in Diu ist.

Nachmittags kommt der Besitzer der Kokospalmen,
holt einem für umgerechnet ca. 8 Eurocent eine Kokosnuss vom Baum
und schlägt sie auf.

Schließlich kann man von den anderen Reisenden mit eigenem Fahrzeug
wertvolle Informationen erlangen.

So haben wir von mehreren Leuten erfahren,
dass eine Weiterreise in den Süden zu dieser Jahreszeit sinnlos sei.
Selbstfahrer aus Essen und Italien sind einen Tag nach uns eingetroffen,
nachdem sie von hier 10 Tage zuvor in den Süden aufgebrochen sind.

Die unerträgliche Hitze hat sie aber wieder zurück nach Goa getrieben.
Diese Aussichten und die Tatsache,
dass es hier ab Ende Februar schlagartig ebenso ziemlich heiß werden soll,
hat uns von unserem Plan abgebracht, weiter in den Süden zu fahren.

So werden wir, wie die meisten Selbstfahrer hier im Ort, die nächsten 2-3 Wochen noch
hier im Paradies verbringen und uns dann auf den Weg Richtung Nepal begeben.

Was wir dabei erleben werden, könnt ihr dann im nächsten Bericht lesen.

Bis dahin viel Spass beim Lesen
und vielen Dank für eure E-mails und Gästebucheintragungen.

Eure Andersreisenden

Kathrin, Martin, Ralph und Enni

PS.: Die letzte weitgereiste Weißwurst wurde auch in Goa verdrückt



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